Zweite der Hürther Volleyballer darf nicht aufsteigen, will sich aber bestens präsentieren

Von Anna Neuber

Hürth. Das Wort „Aufstieg“ nehmen die Volleyballer der zweiten Mannschaft des TVA Hürth gar nicht erst in den Mund. Und das, obwohl die Hürther in der Regionalliga West acht Siege aus zehn Spielen einfuhren und sogar den aktuellen Tabellenführer Brühler TV mit 3:0 geschlagen hatten.
Trainer Markus Bosch wiederholt dazu in der Winterpause seine Aussage des Sommers: „Wir wollen oben mitmischen, aber nicht aufsteigen.“ Wichtigster Grund: Die erste Herrenmannschaft aus Hürth spielt aktuell in der 3. Liga West, ein Doppelauftritt eines Vereins in einer Liga ist vom Reglement her ausgeschlossen. Der TVA I ist aktuell nicht abstiegsgefährdet, somit ist die Meisterschaft und der Aufstieg für die TVA-Reserve keinerlei Option.

Markus Bosch ist mit dem bisherigen Saisonverlauf überaus zufrieden: „Wir sind eine starke Mannschaft, die wie man beim Brühl-Spiel sehen konnte, in Bestbesetzung und bei guter Tagesform jeden aus der Liga schlagen kann. Die Stimmung ist super, die Jungs verstehen sich blendend.“ Das liegt zweifellos an der guten Mischung. Neben Routiniers und den ehemaligen Zweitliga-Spielern wie Dominik Werthmann, Christian Bretthauer oder Max Schmitz-Porten ergänzen Akteure wie Armin Hansen oder Michael Wollring die Mannschaft aus Hürth. „Michael ist ein absoluter Allrounder und ein Universalspieler. Hendrik Desinger leistet ebenfalls einen guten Job“, lobt Bosch seine Spieler und der Coach ergänzt: „Max ist enorm wichtig für unser Spiel, auf seinen Schultern liegt viel Verantwortung.“

Der gute Zusammenhalt und die Erfolge der vergangenen Wochen bescherte dem TVA II vor Weihnachten den vierten Platz (21 Punkte) hinter Brühl (26), dem FC Junkersdorf aus Köln (24) und dem VC 73 Freudenberg (22). Gegen Brühl (3:0) und Köln-Junkersdorf (3:2) konnte die Hürther Zweitvertretung in der Hinrunde gewinnen, die Partie gegen Freudenberg ging mit 0:3 verloren. Bosch erinnert sich nur ungern an den zweiten Spieltag zurück: „Da haben wir uns im Grunde nur auf das Spielfeld gestellt, um uns abschießen zu lassen“, ärgert sich der TVA-II-Trainer noch heute über den schwachen Auftritt. Mit nur sechs Spielern angereist, erlitt Hürth eine derbe Pleite.

„Die Anfangsphase der Saison war bei uns geprägt von Personalsorgen“, erläutert Bosch im nächsten Schritt. Immer wieder haben Spieler gefehlt und seien erst später dazugestoßen, „damit hatte ich nicht gerechnet, und dann hat es natürlich gedauert, bis sich die Stamm-Sechser-Formation gefunden hat“, blickt Bosch auch kritisch zurück. In den vergangenen Wochen hat sich dieses Szenario verbessert, die TVA-Reserve belebt die Gruppe West mit Spielfreude und zuletzt sechs Siegen in Serie.

„Die Entwicklung der Mannschaft ist großartig, der Sieg gegen Brühl war für mich definitiv ein Highlight“, freut sich Markus Bosch. Der TVA II überwintert hinter dem Spitzen-Trio und lauert auf Ausrutscher der führenden Teams, einziger Wermutstropfen ist aktuell die Verletzung von Nicolas Wessely. Der Zuspieler wurde am Meniskus operiert und fällt wochenlang aus. „Mal sehen, ob er Ende der Saison zurückkehrt“, hofft Bosch auf eine schnelle Genesung. Fehlen wird beim Jahresauftakt 2019 neben Wessely auch Schmitz-Porten. „Sonst sind alle an Bord. Ich freue mich auf ein spannendes Derby, wo Köln sicher nach einer Wiedergutmachung strebt“, beschreibt Bosch das erste Spiel im neuen Jahr als Bestandsprobe.

Zwar möchte die zweite Mannschaft nicht aufsteigen, ärgern wollen sie den Tabellenkonkurrenten aber schon. Bosch verrät: „Wir wollen das Heimspiel am 19. Januar auf jeden Fall gewinnen.“

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