TVA bleibt trotz der Niederlage gegen Lüneburg an der Spitze

Von Anna Neuber


Hürth. Zum ersten Mal in der noch jungen Spielzeit der 3. Liga West kassierten die Volleyballer des TVA Hürth eine Niederlage. Vor ihrem Heimpublikum standen die Spieler von Tobias Goerlich keinem Geringeren als dem aktuellen Meister gegenüber, der Reserve des Bundesligisten SVG Lüneburg. Die Gäste reisten mit Verspätung in Hürth an, sodass die Partie eine Viertelstunde später angepfiffen wurde, was ihnen allerdings nichts ausmachte, sie gewannen das teils ungleiche Duell mit 3:1 (25:22, 25:17, 22:25, 26:24). „Meine Jungs hatten schon beim Aufwärmen eine gehörige Portion Respekt vor den groß gewachsenen Lüneburgern, zwei von ihnen verfügen über Bundesliga-Erfahrung“, erzählte Goerlich offen. Und dieser Respekt war spürbar, Hürth wirkte unsicher. Lüneburg hatte im ersten Satz keine großen Mühen und war klar überlegen. „25:22 klingt ja knapp, aber der Abstand fühlte sich größer an“, betonte der TVA-Trainer und ergänzte: „Lüneburg hat nur das gemacht, was nötig war und verwaltet.“


Eine große Hausnummer



Die Hürther waren zwar mit drei Siegen in Serie in die Saison gestartet, wurden aber gegen Lüneburg schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. „Im zweiten Satz wurde es noch deutlicher, Lüneburg spielt einfach eine Nummer zu groß für uns“, gab Goerlich zu. Die Gäste überrannten die Hürther beim 25:17. Goerlich nahm bei den Zwischenrückständen von 3:7 und 6:14 jeweils eine Auszeit, um sein Team aufzubauen. Doch Lüneburg löste die Spielszenen in der Phase cleverer als der TVA.

Möglichkeiten für Hürth ergaben sich erst, als der Gäste-Trainer Eugenio Dolfo zu Beginn des dritten Abschnitts durchwechselte und drei Spieler aus der Startformation auf die Bank holte. Die Hausherren konnten „gegen diese B-Mannschaft“ (Goerlich) mitspielen und hielten den dritten Satz spannend (17:17). Entscheidend in dieser Phase: Marcus Degener sorgte mit einer Aufschlagserie für sechs Punkte in Folge und das 23:18.

Dolfo brachte die Leistungsträger wieder, doch Hürth schaffte ein 25:22. „Dieser Satzgewinn war wichtig und hat uns Mut gegeben“, war Goerlich erleichtert. In der Vorsaison ging Hürth zweimal zu Null unter. Am Wochenende war das anders, der TVA tat alles, um dagegenzuhalten. Im vierten Abschnitt klappte das bis zum 24:24. „Die Spieler hatten diesen übertriebenen Respekt verloren und trauten sich mehr zu“, erkannte Goerlich. Doch Lüneburg behielt die Nerven, zwei starke Einzelaktionen führten zum 26:24 und damit zum 3:1-Endstand.

Dass Hürth den fünften Satz und damit sogar einen Punktgewinn knapp verpasste, war für Tobias Goerlich nicht das Wichtigste. Der Coach betonte: „Ich bin froh über den Satzgewinn und dass wir zwischendurch dagegenhalten konnten. Wir lernen sehr viel daraus.“

Schließlich bleibt Hürth trotz der ersten Saisonpleite an der Tabellenspitze. Glück für den TVA (neun Punkte): Die Solingen Volleys holten beim 3:2 gegen den SF Aligse nur zwei Punkte und bleiben mit acht Zählern hinter Hürth.

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