Sieg und Niederlage für die Volleyballer des TVA Hürth – TVA II fährt Achterbahn

Von Anna Neuber

Hürth. Die Lachse vom TVA Hürth machten am Doppelspieltag der 2. Bundesliga erneut Boden gut. Am Samstag schwammen die Lachse auf der Erfolgswelle und sicherten sich mit einem 3:1 (25:22, 22:25, 27:25, 25:19) beim VI Frankfurt den dritten Sieg in Serie. Gestern hagelte es gegen VW Human Essen zwar eine 1:3-Heimniederlage (16:25, 25:23, 18:25, 19:25), für Platz acht reichte es aber dennoch. “Der Sieg in Frankfurt war klasse, mit dem Heimspiel bin ich nicht zufrieden”, resümierte Gerd Aurbach.

Immerhin: Mit dem Auswärtserfolg baut der Aufsteiger den Vorsprung zu den aufstrebenden Talenten aus dem Internat (4 Punkte) und auf die Abstiegszone (7) weiter aus. Der TVA-Trainer betonte selbstbewusst: “Wir müssen uns in dieser engen Liga nicht verstecken, im Gegenteil.” Ein Akteur, der das neue Selbstbewusstsein besonders ausstrahlte, war Oliver Staab. Unter der Woche noch erkrankt, lief er in seiner Heimat zu Höchstformen auf. Der Diagonalangreifer, der von 2004 bis 2007 das Frankfurter Volleyball Internat besuchte, sammelte 21 direkte Punkte. “Er hat überragend gespielt und ist zurecht MVP geworden”, lobte Aurbach stolz.

Staab führte die Gäste zum 25:22 im ersten Satz und kämpfte sich mit dem Team durch eine harte Partie. Nach dem 1:1 zog der TVA im dritten Satz mit sechs Punkten Vorsprung davon. “Wir haben dem Druck der Aufschläge gut standgehalten”, analysierte Aurbach. Doch Frankfurt blieb den Hürthern dicht auf den Fersen, der Satzgewinn gelang erst in der Verlängerung (27:25). “Das war der Schlüssel zum Sieg”, glaubte der TVA-Trainer. Matchwinner Staab blieb in der Heimat, er und Sebastian Wagener waren gestern gegen Essen nicht dabei, dafür rückten Nicolas Wessely und Felix Quecke in den Kader. Wessely wurde gestern direkt von Aurbach überrascht, er kam nicht als Zuspieler zum Zuge, sondern als Libero. “Das lief nicht rund”, nahm Aurbach die taktischen Umstellungen auf seine Kappe. Der erste Satz ging verloren (16:25), im zweiten glichen die Lachse aus (25:23). Im dritten Satz lag der TVA zunächst 3:5, 7:11 und 9:15 hinten, kämpfte sich nur kurz zurück (12:15). “Leider konnten wir nicht alle Chancen ausnutzen”, argwöhnte Aurbach. Die Hausherren rannten stets einem Rückstand hinterher und mussten den Satz 18:24 abgeben. “Essen hat das sehr clever gemacht und verdient gewonnen”, gab Aurbach zu. Und im vierten Satz machte Essen richtig ernst, demonstrierte beim 12:3 absolute Dominanz und sicherte durch ein 25:19 den verdienten Auswärtssieg.

Auch die Reserve des TVA Hürth kassierte eine Niederlage. Ausgerechnet im Spitzenspiel gegen den Verfolger Aachen tat sich der TVA II schwer. “Das ganze Duell war eine reine Achterbahnfahrt”, stellte Tobias Goerlich entsetzt fest. Der TVA II musste sich beim Post Telekom SV Aachen II nach einem ständigen Auf und Ab 2:3 (25:19, 19:25, 25:16, 9:25, 13:15) geschlagen geben. Besonders bitter für die Gäste aus Hürth war der vierte Satz. Denn da gelang den Hürthern überaus wenig, nur neun eigene Punkte verbuchte der TVA II. Goerlich fand keinen Ausweg: “Auszeiten und Wechsel haben leider Nichts gebracht.” Die Gäste gaben die zwischenzeitliche 2:1-Führung damit aus der Hand und kassierten eine knappe 2:3-Pleite.

Trotz der zweiten Saisonniederlage bleibt der TVA II in der Regionalliga West Erster, “jetzt wird der Kampf um die Tabellenspitze noch spannender”, erkannte Goerlich. Viel wichtiger war ihm allerdings die Aufbereitung der Niederlage: “Sobald sich Spieler-Trainer Niklas Rademacher selber eingewechselt hat, lief es für Aachen super und wir hatten das Nachsehen.”

Quelle: Kölnische Rundschau, Anna Neuber, 13.02.2017

Foto: Rolf Lindenberg