Von Anna Neuber 
TVA Hürth verliert zum Zweitligaauftakt 1:3, die Zweite in der Dritten Liga auch
Hürth. Jan-Eric Schneider ist beim Saisonstart der Volleyball-Teams des TVA Hürth ein ganz neues Gesicht. Der 20-Jährige wechselte im Sommer zum Zweitligsten, spielte zuvor bei den SSF Bonn in der Dritten Liga. Da SSF und TVA II die Spielrechte für die aktuelle Spielzeit getauscht haben, ist sein Wechsel an Bedingungen geknüpft. Unter anderem an der, dass Schneider ebenso wie Nils Becker (auch vorher SSF) an den ersten beiden Spieltagen beim TVA II gemeldet ist und erst verzögert zum Team von Trainer Gerd Aurbach stoßen kann. Schneider spielte also beim Saisonstart in der Reserve, und er machte seinen Job trotz der 1:3-Niederlage (22:25, 14:25, 25:16, 16:25) gegen den SF Aligse gut. Tobias Goerlich, der Coach der zweiten Mannschaft, war zufrieden: “Er hat komplett durchgespielt.” Auch Aurbach schaute zu: “Er war stabil und sicher.”

Pleite für Goerlich kein Beinbruch 
Die Heimpleite beim Drittliga-Debüt ist für Goerlich kein Beinbruch. Schließlich war der erste Gegner kein geringerer als der freiwillige Zweitliga-Absteiger Aligse aus der Region Hannover. “Die Niedersachsen sind spielerisch stark, das war eine große Herausforderung, und daher bin ich mit dem ersten gewonnenen Satz der Saison schon zufrieden”, gab Goerlich zu. Er machte seiner Mannschaft keinen Vorwurf, “und das, obwohl wir etwas durchwachsen angefangen haben”, erläuterte Schneider. 

Im ersten Satz waren die Hausherren 22:25 unterlegen, im zweiten Abschnitt wurden die Unterschiede dann noch deutlicher (14:25). Nur den dritten Satz konnte der Gastgeber gewinnen, “da sind wir endlich mal richtig reingekommen und konnten uns zeigen”, freute sich Jan-Eric Schneider über das 25:16. Der vierte Satz ging wieder an den Favoriten Aligse (25:16), der sich mit dem ersten Saisonsieg auf Platz vier einsortierte. 

Auch das Zweitliga-Team aus Hürth kassierte zum Ligastart eine 1:3-Heimniederlage (19:25, 13:25, 25:20, 19:25). Nur wenige Minuten nach dem 1:3 der Reserve ging die Mannschaft von Aurbach gegen den USC Braunschweig zu Werke und musste früh erkennen, dass andere Teams eingespielter sind. “Wir suchen noch nach Formationen, die funktionieren. Der USC hat schon sehr stark angegriffen”, zollte Aurbach dem ersten Liga-Gegner Respekt. Der erste Punkt ging an Hürth, der erste Satz an die Gäste (25:19). Im zweiten Durchgang zog Braunschweig auf und davon, Hürth lag 0:5 hinten, zwischenzeitlich 4:13. Aurbach reagierte und wechselte, es kamen in dieser Phase Christian Bretthauer und Neuzugang Tom-Julius Werscheck auf das Parkett. 

“Erst im dritten Satz konnten wir zeigen, dass wir noch da sind, und mitspielen”, wusste Aurbach. Sicher auch, weil die Gäste nach der 2:0-Führung die Luft etwas herausnahmen. Hürth erkämpfte sich ein 25:20 und blieb auch im vierten Satz zunächst auf Augenhöhe (15:16). Die Gäste – im Vorjahr abgestiegen, dann aber aufgrund des Rückzugs von Aligse auf einmal doch in der Zweiten Bundesliga – zogen das Tempo an und besiegelten mit dem 25:19 den ersten Auswärtssieg der Saison. 

“Das wird ein schweres Jahr für uns”, erklärte Aurbach. Nichtsdestotrotz zog er auch positive Rückschlüsse aus dem 1:3: “Die Neuzugänge haben sich gut präsentiert, Lukas Kopfer hat einen tollen Einstand gegeben”, erklärte der Coach über den Spieler, der aus der eigenen Reserve den Weg in die erste Mannschaft gefunden hat. 

Jan-Eric Schneider muss auf sein Zweitliga-Debüt noch warten, denn auf dem Papier darf er erst am dritten Spieltag Ende September gegen den SV Warnemünde einsteigen. “Ich hatte schon länger ein Auge auf das Zweitliga-Team aus Hürth geworfen. Das ist die beste Option für mich”, verrät der Neuzugang am Rande des Saisonstarts.

Quelle: Kölnische Rundschau, Anna Neuber, 19.09.2017

Foto: Rolf Lindenberg

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